Dienstag, 24. Februar 2009

How to be a good Tour Guide....

Wenn man in Indonesien studiert, merkt man schnell – vor Überraschungen is man hier nie sicher….so stellte sich raus, dass unser Fach „Manajemen Usaha Perjalanan“ (Management von Reiseunternehmen) wohl eher ein Crash Kurs in „How to be a good Tour Guide“ war….jedenfalls haben wir uns damit fast ein halbes Semester beschäftigt! Und da hier Praxis groß geschrieben wird, stand auch schon wieder ein Ausflug an – der Indonesier an sich ist ja ein Frühaufsteher, also war Treffen sonntagmorgens um 8:00 angesagt… Leider haben Irmela und ich unsere deutsche (und übrigens hier viel bewunderte) Pünktlichkeit noch nicht ganz abgelegt, also waren wir Zwei und ein paar der wenigen indonesischen Streber die Einzigen, die um 8:00 auf der Matte standen… na ja, so langsam gewöhnt man sich ja ans Warten….also rumstehen, lustige Fotos machen oder schnell nochmal den Tour- Guide-Text auswendig lernen….ja, ihr habt richtig gelesen! Unsere heutige Aufgabe war es nämlich mit dem Bus durch die Gegend zu kurven und uns dabei mit gekonnten Tour Guide Performances gegenseitig zu unterhalten….was n Spaß!


Also rein in den Bus, Mikro in die Hand (nein, Spickzettel sind nicht erlaubt!) und interessante Neuigkeiten zu sämtlichen Attraktionen Balis erzählen…dabei immer schön lächeln und nicht aus dem Fenster starren! Zu unserem Glück und zum Pech unserer Studienkollegen sollte das ganze auf Englisch stattfinden… oh je, die armen Indonesier ham sich ganz schön einen abgebrochen und wären vor Scham am liebsten ausm Fenster gesprungen…aber wir haben immer brav Beifall geklatscht und so getan als hätten wir sie verstanden – machen die ja schließlich auch immer so mit uns!
Einen Vorteil hatte diese bei den Studenten äußerst unbeliebte Übung dann aber doch noch: endlich konnten wir die „main attractions“ der Insel bewundern und selbst für viele unserer Studienkollegen war dies eine einmalige Chance Bali richtig kennenzulernen, denn ob mans glaubt oder nicht – viele Balinesen haben kaum die finanziellen Möglichkeiten ihre eigene Insel zu erkunden.

Zuerst haben wir uns einen traditionellen Barong Tanz angeschaut, der ganz offensichtlich unheimlich unterhaltsam gewesen sein musste, doch leider hab ich nicht wirklich was verstanden, da die hinduistische Geschichte dieses Tanzes auf Balinesisch erzählt wurde…egal, farbenfroh war es trotzdem!




Danach gings zur Goa Gajah (Elefanten Höhle), ein hinduistisch – buddhistischer Tempel (kein Plan wie das geht), der einmal komplett vom Dschungel überwuchert war.





Beim Amertha Agro Wisata Proyek (mhhh…müßte übersetzt sowas wie Landwirtschaft – Tourismus sein…gibt’s das überhaupt in Deutschland???) ham wir dann Balinesischen Kaffee getrunken…hier gabs übrigens auch das teuerste Getränk der Welt: eine sehr spezielle Art von Kaffee, nämlich Kopi Luwak, der auf eine sehr spezielle Art und Weise zubereitet wird…ich sach nur Katzen-Kacke-Kaffee….Details erspare ich Euch jetzt…wer interessiert is, kann ja Googlen ;)


In Kintamani ham wir und besonders die Indonesier es dann ausgenutzt, dass es kostenloses Buffet gab und uns die Teller voll gehauen…hab mich echt gewundert was in so nen kleinen Indonesier so alles reinpasst! Von hier hat man einen wunderschönen Ausblick auf den noch aktiven Vulkan Batur.



Am Ende der Tour haben wir uns dann noch den Tirta Empul Tempel angeschaut in dem es eine heilige Quelle gibt. Hier hat sich auch der erste Indonesische Präsident ein kleines Palästchen hin gebaut…
Unsere Balinesischen Studienkollegen ham dann gleich die Gelegenheit genutzt und um göttlichen Beistand für die Ergebnisse unserer Vorträge gebeten…

Trotz anfänglicher Panik wegen der bevorstehenden Tour Guide Performance hatten unsere Indonesier und auch wir dann doch noch alle unseren Spaß und sogar gutes Wetter (die Tage davor war Dauerregen angesagt)! Als ich das dann unserem Dozenten gesagt habe, meinte der nur: „Klar, schließlich hab ich heute ja auch fünfmal für gutes Wetter gebetet“ Äh ja…in Indonesien haben die Götter anscheinend viele Zuständigkeitsbereiche!

Sonntag, 18. Januar 2009

Ausflug nach Nyuh Kuning

Am Wochenende - genauer gesagt am So um 8 Uhr (morgens!!!) - stand ein Ausflug auf dem Plan...davon haben wir auch rechtzeitig 2 Tage vorher erfahren (hey, die Organisation hier klappt immer besser - ob das der deutsche Einfluss ist ;) )??
Diesmal gings in das Doerfchen Nyuh Kuning, wo wir dann das Oekotourismus-Potenzial der Umgebung untersuchen sollten...jedenfalls haben Irmela und ich das so verstanden...
Also hiess es verdammt frueh aufstehen und am Campus treffen, weil wir ja alle zusammen fahren wollten...hat ja auch fast geklappt, aber leider eben nur fast....um 8:15 waren naemlich alle Studenten da, aber wer hat immer noch auf sich warten lassen?? Der Dozent natuerlich...(ja, da wird man komisch, wenn einem von den vier Tagen Wochenendene einer geklaut wird und dann keiner kommt ;) ) eine Stunde spaeter hiess es dann auf einmal, dass der Gute schon in Nyuh Kuning auf uns wartet...mh, da hat wohl irgendjemand was falsch verstanden??!! Na ja, sind dann jedenfalls in ner Auto-/Rollerkollonne nach Nyuh Kuning gekurvt, haben uns staendigl im dichten Verkehr verloren, gewartet, wieder los bis der naechste weg war, usw....waere vielleicht einfacher gewesen sich gleich in Nyuh Kuning zu treffen, aber na ja, gegen 10 sind wir dann ja auch mal angekommen!

Dann hies es erstmal "berdiskusi" mit der lokalen Bevoelkerung machen....verstan
den ham wa nich soviel, aber unsere Studienkollegen wussten anscheinend mehr oder weniger worum es ging! Danach sind wir dann erstmal mehr oder weniger planlos durchs Dorf gelatscht und haben nach dem besagten oekotouristischen Potenzial gesucht.... Nyuh Kuning ist wirklich sehr schoen und idyllisch, aber ich glaube irgendwie haben wir Europeaer ein bisschen anderes Verstaendnis, was Oekotourismus angeht...

Das Highlight des Tages sollte uns aber noch in Form einer Meditationsuebung bevorstehen fuer die wir uns alle im oertlichen Mediationszentrum trafen... Also ich persoenlich hab ja immer gedacht Mediatation hat was mit Ruhe und in sich kehren oder sowas zu tun, aber hier in Indonesien scheint das ein bisschen anders abzulaufen: unser - ich nenn ihn mal Meditations - Guru hat uns naemlich sehr merkwurdige Aufgaben gestellt...wir mussten uns gegenseitig auf Kommando anlachen, rumhuepfen und dabei "I am happy" rufen, komische Grimassen schneiden und andere fragwuerdige Uebungen machen...aeh ja.
Die Indonesier haben auch alle sofort begeistert mitgemacht und fanden das offenbar gar nicht so komisch wie wir! Irmela und ich mussten uns da schon mehr ueberwinden, aber uns hat ja zum Glueck keiner gesehen (das hoffe ich jedenfalls!!).

Dienstag, 13. Januar 2009

Banjir.... Pruefungen mit Hindernissen

Ja ja, ich weiss, den guten Vorsatz mal oefters Blog zu schreiben, hab ich ganz schnell wieder vergessen ;) Aber aus gegebenem Anlass und aktuellen Entwicklungen quasi direkt vor unserer Haustuer, gibts jetzt doch endlich wieder Neuigkeiten!

Vor 2 Monaten haben wir unser Mietnom
aden Dasein ja endgueltig aufgegeben und haben uns in einer Kos direkt am Fluss niedergelassen.... Hab mir ja schon damals gedacht, dass das vielleicht nich ne ganz so gute Idee is, jetzt wo die Regenzeit ansteht....auch unsere "Zugangsstrasse", die aus einem (halben) Surfbrett welches uns sicher ueber einen 2m tiefen Grabe geleiten sollte, gefolgt von einem Weg, der jeder Motorcross Strecke Konkurrenz machen wuerde, hat mich damals etwas beunruhigt... aber erstaunlicherweise ging alles gut...bis gestern!



Da wir im Moment mal wieder mehr oder weniger fleissig fuer unsere Endsemster Klausuren lernen, hatte ich mir vorgenommen gestern schonmal um 10 Uhr aufzustehen.... da stolper ich ihm Halbschlaf auf unsere Terasse um mir einen Kaffee zu holen - und was seh ich da? Braune Suppe direkt vor meiner Haustuer!! Gestern hatte ich mich noch gefreut, dass wir trotz Dauerregen noch keine ueberfluteten Strassen durchwaten mussten und heute is aus unserer Wohnung innerhalb von 2 Stunden ein Over Water Bungalow geworden! Auch wenn die Wasserqualitaet vielleicht nicht ganz so mit den Malediven mithalten kann...dafuer wars aber guenstig ;)



Bin dann erstmal nach vorne gewatet (dabei aufpassen dass man nicht im Graben landet, der irgendwo unter dem Wasser liegt), wo mir unser Freund Viktor, der noch ganz guter Dinge war, versicherte "das in 2 Stunden alles wieder trocken is".... Na ja, 2 Stunden spaeter war dann auch unsere Terasse und unser Bad geflutet, der Strom
ausgefallen und die Strasse nach draussen komplett unter Wasser, sodass schwimmen angesagt war. Der Pool musste ne halbe Stunde spaeter dran glauben, genauso wie unsere Roller.... Tja, was machen? Gemuetlich auf der gefluteten Terasse sitzen (nachdem man alles was so rumlag in Sicherheit gebracht hat) und dem Treiben zuschauen....



Als dann nachmittags das Wasser immer noch nicht weg war (auch der Fluss haelt sich hier wohl an die allgemeingueltige Gummi Zeit) machten wir uns dann aber doch langsam Sorgen wie wir am naechsten Tag wohl nach Denpasar kommen sollten um unsere Klausur zu schreiben....
In Uniform morgens durch eine Dreckbruehe zu schwimmen und dann nass ins Taxi zu steigen erschien uns da nicht wirklich als die beste Loesung!
Also lieber jetzt nass werden und irgendwo im Hotel pennen...
Sachen gepackt und rein ins Vergnuegen... durch braunes Wasser waten (will gar nicht wissen woher die Farbe kommt), Plastiktueten und anderem Mu
ell ausweichen und aufpassen, dass die Flip Flops nicht wegschwimmen...
Meine lieben geschaeftstuechtigen Indonesier haben uns dann aber zum Glueck doch noch vor einem Bad in dem kuehlen Nass bewart, denn an der tiefsten Stelle hatte sie ein selbstgebasteltes Floss aus Plastikkanistern und Holzplanken bereit gestellt auf dem wir dann gegen eine kleine Gebuehr von 5000 Rupiah (30 Cent) Platz nehmen durften und den Fluss unter der allgemeinenen Belustigung der Schaulustigen ueberqueren konnten! Ja... That's Indonesia!

Donnerstag, 27. November 2008

Hati-hati - ada upacara lagi!

Dieser kleine Satz (heisst soviel wie: Vorsicht, religioese Zeremonie!) begenet einem staendig hier auf Bali... die Balinesen sind eben ein sehr religioeses Voelkchen und der Hinduismus bietet ne Menge Gelegenheiten fuer Zeremonien und Feste! Da die meistens rest aufwendig sind und teilweise riesige Ausmasse annehmen, werden schonmal ganze Strassen gesperrt (wenn man Glueck hat, denn sonst kommen einem ohne Vorwarnung Prozessionen mitten auf dem Bypass entgegen).



Diesmal war auch unser Campus betroffen und zur Freude aller Studenten is mal wieder der Unterricht ausgefallen (ja, ich finde jedes Land sollte soviele Feiertage haben wie Indonesien)!
Gefeiert wurde der fuenfte Vollmond des Jahres, oder so aehnlich...ganz habe ich das nicht verstanden! Mit ausschlafen war allerdings nicht, jedenfalls nicht fuer die hinduistischen Studenten und auch fuer uns nicht, denn wir bekamen per SMS ne Einladung vom Rektor hoechstpersoenlich, dass wir doch bitte zur Zeremonie puenktlich um neun erscheinen sollten - natuerlich in traditioneller Balinesischer Tracht, wie sich versteht.....klar, kein Problem!


Unsere Dozenten in Feierlaune...

Da wir die Kunst des Sarongbindens noch nicht ganz so sicher beherrschen, halfen uns freundlicherweise unsere Dozenten dabei!
Unser Campus hatte sich ueber Nacht in eine heilige Staette verwandelt, ueberall lagen Opfergaben, der Campuseigene Tempel war reich geschmueckt, Raeucherstaebchen brannten und in der Mitte war eine Buehne aufgebaut auf der spaeter eine Vorfuehrung des traditionellen Puppentheaters mit den bunten Wayan-Puppen stattfinden sollte....



Erstmal haben wir uns aber von unseren Freunden Agus und Made in die Geheimnisse dieser Zeremonie einweihen lassen (kann leider nicht behaupten, dass ich den Sinn danach besser verstanden haette)



Und dann gings los mit beten....alle auf den Boden knien und sich von dem anwesenden Priester weihen lassen.



Unsere Dozenten uebten sich derweil geradezu enthusiastisch im Gamelan Orchester spielen....vielleicht ein bisschen ZU ambitioniert, denn unser Studiengangsleiter - Pak Anom - der gerade eine Rede zum Besten geben wollte, beschwerte sich uebers Mikro das "dieser Laerm aufhoeren sollte", woraufhin die Dozenten verlegen etwas sachter auf ihre Instrumente schlugen....



Die Zeremonie war fuer Balinesische Verhaeltnisse erstaunlisch schnell vorbei und so wollten uns Made und Agus noch zeigen, wo die "richtigen Zeremonien" so abgehen - schliesslich war ja auf ganz Bali Feiertag!
Wir sind dann in den groessten Tempel Denpasars gefahren, in den Orang Bule (wir also) normalerweise gar keinen Zutritt zu haben, aber Dank unseres Outfits und unseren Balinesischen Begleitern durften wir einen Blick in diesem wunderschoenen Tempel werfen....



Agus, Made und der Priester des Tempels versuchten uns nun mit vereinten Kraeften in die Geheimnisse der Hinduistischen Religion einzuweihen - gar nicht so einfach, die Bedeutung der verschiedenen Opfergaben, Rituale und Figuren zu verstehen - und das auch noch auf Indonesisch!



Als uns der Priester dann noch erklaerte, dass Hinduismus eigentlich ja eine monotheitische Religion ist, hab ich gar nichts mehr verstanden....



Der Gute war aber ganz offensichtlich angetang von unseren Bemuehungen und schlug uns doch dann glatt vor uns einen Balinesischen Mann zu suchen und hier zu bleiben....aeh ja, Verkupplungsversuche im Balinesischen Tempel - auch nicht schlecht!

Mittwoch, 26. November 2008

Ausflug nach Desa Songan

In Bali muss man am besten immer mit allem rechnen....da komme ich gestern mal wieder voellig eingestaubt von meiner morgendlichen Fahrt durch den Grossstadtdschungel Denpasar auf dem Campusgelaende an und werde gleich von einem Dozenten angesprochen...ob Irmela und ich nicht bei einem "Studentenprojekt" mit machen wollten und in dem Doerfchen "Songan" mit der Bevoelkerung ueber regionale Tourismusplanung diskutieren wollten.... Klar, warum nicht??? Ich bezweifle zwar, dass mein Indonesisch ausreicht, um mit denen auch nur ansatzweise ueber mehr als das Wetter zu sprechen, aber man kanns ja mal versuchen!!



Kurze Zeit spaeter stellten wir dann fest, dass es sich wohl eher um ein "Dozentenprojekt" handelte, denn Irmela und ich waren die einzigen Studenten die sich mit drei Dozenten auf den Weg nach Songan machten...na ja, kann ja nicht schaden nen guten Eindruck zu hinterlassen ;)
Unterwegs wurden ganz nachTouri Manier mehrere Foto - Stops eingelegt, damit wir der wunderschoenen Landschaft auch ja genung huldigen kon
nten....eine obligatorische Fotosession samt Dozenten durfte da natuerlich nicht fehlen....



Im Dorf angekommen gings dann an die Arbeit....in so ner Art Community Meeting Raum durften wir auf dem Boden Platz nehmen - Stuehle gabs naemlich keine...dafuer ham wir und ein paar anscheinend sehr wichtige Maenner des Dorfes Songan aber ne schoene Power Point Presaentation von unseren Dozenten zu sehen bekommen.....verstanden haben wir leider fast nichts, aber dafuer war es umso interessanter unsere Mitzuhoerer zu beobachten: Still sitzen und brav zuhoeren??? Nicht in Indonesien....da wird waehrend des Vortrags telefoniert, in der Nase gebohrt oder in den Zaehnen rumgestochert, mit dem Nachbarn gequatscht, Zeitung gelesen oder aber laut schmatzend der kleine Mittagssnack genossen und vor allem gaaaaaaanz viel geraucht... Da soll sich noch einmal n Dozent in Deutschland beschweren, dass die Studenten nicht zuhoeren!
Bei der anschliessenden "Diskussionsrunde" waren alle dann
aber wieder ganz bei der Sache....nur das es nicht wirklich ne Diskussion war, denn jeder durfte zwar seine Meinung kundtun....kritisiert oder hinterfragt wurde aber nichts...ja ja, hier wird Harmonie eben doch ganz gross geschrieben....



Nach geschaetzten zwei Stunden durften wir den voellig zugeraecherten Raum dann zumGlueck verlassen, nachdem uns noch kurz mit auf den Weg gegeben wurde, dass wir doch bitte das kleine Doerfchen Songan in Deutschland vermarkten sollten...ah ja, kein Problem!

Wir durften uns von dem touristischen Potenzial des O
rtes dann auch noch hoechst persoenlich ueberzeugen: Waehrend unsere Dozenten brav im Dorf auf uns warteten, gings auf dem Ruecksitz von Mopeds einen ziemlich steilen Hang hinauf. Der Weg war nicht wirklich optimal um ihn mit kleinen Mopeds zu bezwingen, aber nach ein paar riskanten Manoevern sind wir dann doch oben angekommen. Die Aussicht war wirklich unglaublich schoen, so etwas hatten wir unten im Dorf echt nicht erwartet.



Mit dem Versprechen all unseren Freunden von diesem Doerfchen zu erzaehlen, verabschiedeten wir uns dann von den Dorfbewohnern...

Auf dem Rueckweg gingen wir noch mit unseren Dozenten Essen, hielten an wunderschoenen Reisteressen und besuchten die Mutter einer Dozentin, die in Ubud wohnte....so wurde a
us dem kurzen Ausflug, ein ganz schoen langer Tag - gelohnt hast es sich aber auf jeden Fall!

Dienstag, 25. November 2008

Es wird es wird!

Wie ihr bestimmt schon bemerkt habe, bin ich ziemlich faul, was das Blog schreiben angeht! Und da ich das in den letzten Wochen so ziemlich vernachlaessigt habe, haenge ich jetzt ganz schoen und die Daten inner Ueberschrift stimmen nicht mehr mit den Ereignissen ueberein! Also, ich bin jetzt nicht auf Sulawsi, sondern auf Bali und mehr oder weniger fleissig am studieren!
Werde mich bemuehen in den naechsten Tagen den ganzen Kram aufzuschreiben den ich so erlebt habe und da es hier eh angefangen hat zu regenen, hab ich bestimmt ne Menge Zeit dafuer ;)

Trekking bis zum Umfallen oder "The Second Slaughtering"

Nachdem wir uns am naechsten Tag erstmal von den Erlebnisse der etwas ungewoehnlichen Beerdigung erholt haben, gings heute auf grosse Trekking Tour...wie ihr wisst, sind Lars und ich (na ja, sind wir mal ehrlich - eher Lars) grosse Trekking Fans und so beschlossen wir mit unserem Guide Johannes, der uns schon auf der Beerdigungszeremonie viele interessante Sachen erklaert hat, ins Bergland der Tana Toraja aufzubrechen um dann abends in einem traditionellen Dorf zu uebernachten. Nancy und Irmela konnten wir nach einiger Ueberzeugungsarbeit auch zu einer kleinen Wandertour ueberreden. Ausserdem begleitete uns noch Jean-Pierre, das Sprachgenie aus Belgien, den wir ja schon aus unserem Hotel kannten.



Nun ja, nachdem wir die erste Strecke gemuetlich auf dem Ruecksitz von Motoraedern zurueckgelegt hatten, stellte sich bald heraus, dass es wohl doch keine "kleine Wandertour" werden sollte, denn es ging steil bergauf und das bei schwuelen 35 Grad im Schatten.....
Zwar versuchte Johannes uns und vor allem Nancy und Irmela mit selbstgepflueckten Vanilleschoten und interessanten Geschichtchen aus seinem Leben zu motivieren, doch fuer die beiden Stand dann nach der Haelfte des Tages fest, dass sie schon morgen mit dem Bemo nach Hause fahren wuerden.



Unser Weg fuehrte uns unterdessen durch wunderschoene Reisterassen und Kakaoplantagen und in kleine traditionelle Toraja Doerfer wo wir kurze Pausen machten um mit den Kindern und Dorfaeltesten zu plaudern.

Irgendwann fing es dann an zu regnen und unsere tollen Ponchos, die wir extra gekauft haben, hatten wir natuerlich vergessen, aber kein Problem - Johannes zeigte uns, dass ein Bananenblatt auch kein schlechter Ersatz ist!



Gegen Abend kamen wir dann ziemlich erschoepft aber zufrieden in "unserem" Toraja Dorf an, wo wir uebernachten sollten. Ein altes Ehepaar hatte extra fuer uns ihr Haus geraeumt und dann sassen wir auf der Terasse, schauten den Kindern beim spielen zu und warteten bis es etwas zu essen gab. Wie sich schnell rausstellte, war dies ein ganz besonders traditionelles Dorf, denn als es dunkel wurde und wir die Gluehbirne anknipsen wollten, tat sich nichts: Strom, wie man uns erklaerte, gibt es hier wohl nur an manchen Tagen, wenn Benzin fuer den Generator da ist......Ah ja!



Also stolperten wir im Dunkeln zu der kleinen Kueche, in der uns das Grossmuettchern mit Tatkraeftiger Unterstuetzung von Johannes Reis und Huehnchen (das er extra fuer uns geschlachtet hatte, wie er stolz erklaerte) gekocht hatte und sassen beim gemuetlichen Licht einer Gaslampe auf dem Boden und redeten ueber Gott und die Welt (Johannes ist wirklich ein passionierter Christ und konnte gar nicht genug davon bekommen mit uns ueber Religion und Kinder kriegen und Dating in Deutschland zu diskutieren).
Spaeter sind wir dann todmuede ins Bett gefallen und haben versucht zu schlafen....hat auch fast geklappt, waeren da nicht diese nervigen Hunde in der Nacht und die Haehne am fruehen Morgen gewesen.



Nach wenig Schlaf und einem etwas einseitigem Fruehstueck aus trockenem Toast gings dann zu viert weiter, Nancy und Irmela hatten sich schon frueh auf zum naechsten Bemo gemacht, mit dem sie nach Rantepao fahren wollten.
Johannes erklaerte froehlich, dass wir dann ja nun den schwierigen Weg nehmen koennten und ich ahnte Schlimmes.... Unser hochmotivierter Guide wollte eine "neue Route" ausprobieren, doch leider kannte er selber auch nicht den Weg und so stolperten wir mehr oder weniger ziellos durch die Reisterassen, bei besonders steilen Abhaengen bekreuzigte sich Johannes und schaute zum Himmel, was mich nicht wirklich beruhigte und staendig mussten wir umkehren und nach dem Weg fragen. Dafuer wurden wir mit wunderschoener Landschaft und einem fantastischen Ausblick entschaedigt.



Irgendwann kamen wir in die Naehe eines Toraja Dorfes von dem ein mir seltsam bekannter "Geruch" aufstiegt. Und wirklich, nach kurzer Zeit bestaetigte sich meine Befuerchtung als Johannes uns freudig mitteilte, dass wir Glueck haetten und ein "second slaughtering" beobachten koennten! Oh nein, nicht schon wieder ne Beerdigung!

Wie uns Johannes erzaehlte war die Beerdigungszeremonie in diesem Dorf schon an ihrem letzten Tag, was hiess, dass heute alle Bueffel getoetet wurden. Was ich dann auf dem Dorfplatz sah glich einem Schlachtfeld oder einer Szene aus einem Splatter Movie: es lagen bestimmt 20 oder mehr Bueffelkadaver rum oder besser gesagt, dass was von ihnen uebrig gelieben war, denn die Dorfbewohner waren fleissig gewesen und hatten grosse Haufen von Eingeweiden, Knochen, Schaedeln, Haueten und ausgeleerten Maegen gemacht....da lagen sie nun fein saeubrlich sortiert seit drei Tagen in der Sonne! Ihr koennt euch vielleicht vorstellen, was fuer ein uebler Geruch mittlerweile durch das Dorf wehte!



Ich waere am Liebsten sofort wieder gegangen, dass hier war wirklich schlimmer als alles was ich bei der ersten Beerdigung vor zwei Tagen gesehen hatte, aber die Toraja Leute freuten sich wie die Schneekoenige ueber unseren Besuch und luden uns zu Tee und Keksen ein...
Appetit hatte ich nun wirklich keinen mehr, aber nachdem uns erklaert wurde, dass gleich der Priester kommen sollte um einen Gottesdienst an Ort und Stelle zu veranstalten, konnten wir die Einladung nun wirklich nicht ablehnen.

Da sassen wir nun, jeder mit der Tasse Tee inner Hand, einem Teller Plaetzchen vor uns, von dem sich Johannes auch reichlich bediente und machten ein paar Fotosessions mit den Dorfbewohnern. Ich versuchte mir dabei so unauffaellig wie moeglich die Nase zuzuhalten oder nicht zuviel zu atmen.



Kurze Zeit spaeter kam wirklich eine Pastorin und hielt unbeeindruckt von den riesigen blutigen Fleischhaufen die da vor ihr lagen einen Gottesdienst ab. Denn die Toraja sind ja eigentlich Christen und so sangen sie alle besgeistert die Kirchenlieder mit. Das hier war wohl die ungewoehlichste Predigt die ich je gesehen habe und ein gutes Beispiel dafuer, wie dicht christliche Religion und animistischer Glaube in Indonesien nebeneinander exestieren koennen.

Ein aufziehendes Gewitter bot uns dann die Gelegenheit uns unbemerkt davon zu schleichen (die Pastorin hatte uns vorher staendig im Auge, sodass sich Johannes nicht traute aufzubrechen), denn wir wollten ja moeglichst im Trockenen nach Hause kommen. Haben wir dann auch geschafft, dank einiger Jungs die uns in rasantem Tempo auf ihren Motoraedern zurueck nach Rantepao fuhren.

Jetzt hab ich aber erstmal wirklich genug von Beerdigungszeremonien!